Im Oktober und November 2025 arbeitete das Mobility Lab der Universität Salzburg mit der SALIS Salzburg International School zusammen, um zu erforschen, wie junge Menschen alltägliche Mobilität erleben. In interaktiven Workshops mit 13–14-jährigen Schüler:innen stellten wir eine einfache Frage: Was nehmen Jugendliche in ihren Straßen wahr, was ist ihnen wichtig und was wünschen sie sich?
Die Workshops kombinierten Kreativität und Reflektion. Die Aktivitäten umfassten eine Analyse von Straßenumgestaltungen, einen Briefaustausch über tägliche Wege, die Bewertung der Schulstraße und das Zeichnen ideal gestalteter Straßen. Diese Methoden lieferten Erkenntnisse, die in NetAScore for Kids, einem auf Jugendliche ausgerichteten Bewertungsinstrument für Walkability und Bikeability, einfließen werden, welches aufunserem Open-Source-Projekt NetAScore basiert. NetAScore for Kids ist das Masterarbeitsprojekt von Amna, das sie im Rahmen ihres Copernicus Digital Earth (CDE) Masterstudiums an der Universität Salzburg bearbeitet. Die Workshops dienten darüber hinaus als Pilot für das kommende Forschungsprojekt i-MOBYL.
Was haben wir gelernt? Jugendlichen ist Sicherheit wichtig, aber was ihr Erlebnis wirklich prägt, ist die Atmosphäre (Vibes) der Straße. Graue, autoorientierte Umgebungen wirken langweilig. Lebendige Straßen mit Farbe, natürlichem Grün und spielerischen Elementen wirken einladend. Fast die Hälfte beschrieb ihren Schulweg als monoton, geprägt von Verkehrslärm. Interessanterweise wurde ein lokaler SPAR-Supermarkt als Highlight genannt. Offensichtlich stellt dieses Geschäft ein bedeutungsvolles Ziel dar, das der unmittelbaren Umgebung Sinn verleiht und soziale Interaktion ermöglicht. Es zeigt sich: Fußgängerfreundlichkeit hängt nicht nur von Infrastruktur ab, sondern auch von Orten, die Straßen lebendig machen.
Kurz gesagt: Die Einbindung von Jugendlichen bestätigt, dass technische Lösungen allein keine jugendfreundlichen Straßen schaffen. Gestaltungsentscheidungen, die Energie, Farbe, Natur und Orte zum Verweilen bringen, sind entscheidend.
Das Forschungsprojekt i-MOBYL wird diesen Ansatz ab Februar 2026 in fünf europäischen Ländern ausweiten, gemeinsam mit jungen Menschen Mobilitätslösungen entwickeln und die Erkenntnisse in praktische Werkzeuge integrieren. Mehr über das transnationale Projekt, das im Rahmen des DUT-Programms gefördert wird, erfahren Sie hier.
Der vollständige Bericht zu unseren Workshops steht zum Download bereit.


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