Die vergangenen beiden Tage fühlten sich an wie ein Zeitraffer durch beinahe drei Jahre intensiver Forschungsarbeit im europäischen Forschungsprojekt CITWIN. Was mit einem Kick-off in Lüttich begann und über Projekttreffen in Stockholm und Aarhus führte, fand nun seinen feierlichen Abschluss an der Universität Salzburg. Es war uns eine große Freude, unsere internationalen Projektpartnerinnen und Projektpartner in Salzburg willkommen zu heißen, gemeinsam die Projektergebnisse zu reflektieren und dabei die besondere Atmosphäre unserer Stadt zu genießen.

Drei Jahre Forschung zu digitalen Zwillingen für die Mobilitätswende

Das zentrale Ziel von CITWIN war die Erforschung des Potenzials eines generischen Rahmens für Digitale Zwillinge, mit dem die Auswirkungen von Maßnahmen zur Transformation urbaner Mobilität simuliert und bewertet werden können. Im Fokus stand dabei die Frage, wie Städte nach den Prinzipien der 15-Minuten-Stadt gestaltet werden können, sodass wichtige Alltagsziele effizient, nachhaltig und möglichst ohne lange Wege erreichbar sind.

Der erste Tag des Abschlusstreffens stand ganz im Zeichen der wissenschaftlichen Ergebnisse. Die Präsentationen und Diskussionen boten eine beeindruckende Gesamtschau der im Projekt entwickelten Methoden, Modelle und Anwendungen. Besonders erfreulich war für uns die internationale Verbreitung und Nutzung unserer Open-Source-Software NetAScore, die im Rahmen von CITWIN zusätzliche Sichtbarkeit und Reichweite gewinnen konnte. Diese Entwicklung bestärkt uns darin, auch künftig konsequent auf die Prinzipien von Open Science zu setzen.

Austausch mit den Pionierstädten

Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem spannenden Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der österreichischen Pionierstädte-Mission. Die von der Europäischen Kommission vorangetriebenen Initiativen zu klimaneutralen Städten finden in Österreich mit den Pionierstädten eine wichtige nationale Entsprechung. Die Stadt Salzburg nimmt dabei mit zahlreichen Maßnahmen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Gebäude und Mobilität eine Vorreiterrolle ein.

Das Interesse der Expertinnen und Experten aus Verwaltung und Praxis an den Ergebnissen von CITWIN war groß. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für eine breite Umsetzung datengetriebener Lösungen noch einige Herausforderungen zu bewältigen sind. Dazu zählen insbesondere:

  • ein stärkeres Bewusstsein für den strategischen Wert von Daten,
  • eine intensivere Zusammenarbeit über Verwaltungs- und Organisationsgrenzen hinweg,
  • die gezielte Bereitstellung und Nutzung von Datenbeständen,
  • der Ausbau von Kompetenzen im Bereich Datenwissenschaften,
  • sowie moderne und wirksame Ansätze der Data Governance.

Der Austausch zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Umsetzung ist, um die Mobilitäts- und Klimaziele europäischer Städte erfolgreich zu erreichen.

Final CITWIN Project Meeting

Wie geht es nach CITWIN weiter?

Auch wenn das Projekt offiziell abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse in den kommenden Monaten weiter aufgearbeitet und verbreitet. Geplant sind unter anderem mehrere wissenschaftliche Publikationen, ein Policy Briefing für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie ein kurzes Video, das die wichtigsten Erkenntnisse des Projekts zusammenfasst.

CITWIN endet damit nicht als Schlusspunkt, sondern als Ausgangspunkt für weitere Forschung, Diskussionen und konkrete Anwendungen. Bleiben Sie dran – es gibt noch vieles zu entdecken.